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Männer I
Mehr als 10 Jahre ging es für Partenkirchens Handballmänner fast immer nur bergauf. Von der ehemals schwächsten Mannschaft im Bezirk Alpenvorland stieg man 2025 erstmals in die Bezirksoberliga auf. Der größte sportliche Erfolg unserer Abteilung in den vergangenen 30 Jahren. Es folgte eine Premierensaison in der höchsten Spielklasse des Bezirks, die am Ende einfach nur zwei Wörtern beschrieben werden konnte: Pech gehabt. Mit einem Kader, der wirklich BOL-tauglich war, startete man, an dem aber schon bis zum Start der Rückrunde das Verletzungspech zuschlug. Hinzu kamen unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, ein wenig Pech und natürlich eigenes Unvermögen. Erst im Nachgang sicherte man sich den Klassenerhalt, nachdem mit dem Eichenauer SV ein Team aus der Oberliga lieber gleich in die Bezirksliga ging. Auch der TSV Sonthofen wollte nicht in der BOL starten, also hatte der TSVP das Startrecht und nutzte es - ohne aber zu wissen, welch' schwierige Vorbereitung das Team im Sommer 2026 durchmachen sollte. Kurzerhand wird man wohl mit einem stark veränderten Kader an den Start gehen. Nachdem Thomas Bräu und Maximilian Wasielewski bereits am Saison ihr Karriereende bekanntgaben, folgten Anton Rieger und Bernhard Gröbl im August 2026. Zur gleichen Zeit gab auch die langjährige Stammkraft Sebastian Malik bekannt, eine Auszeit angehen zu wollen. Timo Kalaj wollte kurz nach Slowenien in die Heimat und kam nie wieder zurück. Valentin Müller und Sebastian Hofmann steigen nach ihrem Achillessehenriss erst frühestens im Dezember ins Training ein. Die Last der Verantwortung liegt nun auch bei den Youngstern wie Lukas Sauter und Ferdinand Sprenger. Ahmed Bouhamidi absolvierte eine starke Vorbereitung und das Torhüterduo Lukas Scheffler/Stefan Pasurka befindet sich aktuell in Bestform. Mit Nino Peer konnte man einen Allrounder aus der Handballschule des HC Erlangen gewinnen. Lukas Baumann kommt aus der Bodensee-Region. Ex-Profi Andreas Simon gibt als Cheftrainer die taktische und sportliche Richtung an, während Christoph Widenmayer im Hintergrund das Team organisiert. Im Sommer konnte man mit Gyula Nagy einen 7-fachen ungarischen Ex-Nationaltorhüter als Torwarttrainer gewinnen, der "sensationelle" Arbeit leistet, wie es Hannes Bräu, sportlicher Leiter der TSVP-Handballer beschreibt: "Die Rahmenbedingungen in Sachen Training und Teambetreuung waren noch nie so gut und professionell." Umso bitterer treffen die Mannschaft die aktuellen Verletzungen und eine Vorbereitung, die alles andere als zufriedenstellend gelaufen ist. Hinzu kommt: Als einziger Verein des Bezirks startet man gleich mit zwei Minuspunkten: Das Resultat der neuen BHV-Verordnung zur Abstellung von Schiedsrichtern. "Wir waren hier chancenlos", ärgert sich Bräu. "Damit müssen wir leben, auch wenn ich die aktuelle Regel weder für das Schiedsrichterwesen noch für unsere Sportart als zukunftsweisend betrachte." Alles spricht gegen Partenkirchen. Der Klassenerhalt wäre wohl ein Wunder, aber er ist gar nicht das Ziel: "Wir wollen die jüngeren Spieler und die Mannschaft entwickeln", meint Simon. Zukunftsperspektiven schaffen für die potenziellen Nachwuchsspieler, die in den kommenden Jahren aus dem Jugendbereich aufrücken. Vorher aber muss man durch eine schwere Saison, bei der es nur einen Trumpf gibt: die Werdenfels Arena. "Wir brauchen die Zuschauer im Rücken, dann ist vielleicht die ein oder andere Überraschung möglich", sagt Widenmayer. In der abgelaufenen BOL-Saison hatte man nach Kempten/Kottern den zweithöchsten Zuschauerschnitt der Liga. Gerade Richtung Weihnachten und danach ein Hexenkessel. Die vielleicht einzige Hoffnung im Unterfangen Klassenerhalt.

Männer II
Die Handballreserve der Männer geht beim TSV 1899 Partenkirchen in ihr drittes Jahr. Rekord. Vielleicht ist auch diese Mannschaft so etwas wie der heimliche Stolz unserer Abteilung. Nicht jeder kann von sich behaupten, eine Männer-Reserve am Start zu haben. Ein wenig hat man das auch Dominik Suttor zu verdanken. Der ehemalige Topspieler unseres Vereins kam Mitte vergangene Saison als Coach zum Team dazu. Etwas unverhofft und auch neu im Geschäft hat er mit seiner Leidenschaft gleich alle angesteckt. Motiviert ging er in seine erste Vorbereitungsphase und musste feststellen: Es ist nicht so leicht, den Sommer über mit einer Reservemannschaft zu arbeiten. Zwei, drei Freundschaftsspiele gegen den SSV Ettal hatte man bestritten, die Übungseinheiten nicht immer vollzählig besucht. Egal. Mit viel Optimismus blickt das Team auf die neue Spielzeit. In der vergangenen zahlte man ganz viel Lehrgeld. Es gelang ein Sieg, aber der größte Erfolg für Suttor war einfach nur, dass dem Team die Motivation nie ausging. Gewann man schon nicht das Spiel, wurde auch mal die "dritte Halbzeit" gefeiert. Dabei ist die Reserve dazu da, Neuankömmlingen Spielzeit zu geben und junge Spieler an den Männerbereich heranzuführen. Ein bunter Mix aus Routiniers wie Tim Waldmann, Hannes Bräu oder Martin Ritzer und Youngsters wie Goalie Timmy Waldmann, Alexandru Bejenari oder Tim Häcker. Sie alle eint eine wichtige Sache: Der Spaß am Spiel und am Teamsport. 2026/27 soll am Ende ein wenig mehr als nur ein Sieg herausspringen. Auf dem Papier erscheint der Kader groß genug. In der Realität stehen nicht immer alle Aktiven zur Verfügung. "Es wird auch Spiele mit ein oder zwei Auswechselspieler geben", befürchtet Suttor, der im Notfall auch selbst einspringt.










