24 Sep
Entwicklung vor Ergebnis
Beim Heimspielauftakt gegen Gilching am Samstag (20 Uhr) fährt Coach Widenmayer die Erwartungen zurück und hofft auf weitere Fortschritte seines Teams

21 Sep
TSV Ottobeuren II - TSV Partenkirchen 29:21
Männer 1 verlieren in Ottobeuren, finden aber Antworten auf eine schwierige Bezirksoberliga-Saison
Garmisch-Partenkirchen – Schneller wird der TSV Partenkirchen in dieser Saison eher selten sein als seine Gegner. Also versuchen es die Handballer andersherum. Langsamer. Unorthodoxer. Und, wie Christoph Widenmayer sagt, auch ein bisschen „schmutziger“. Beim 21:29 zum Auftakt auswärts gegen Ottobeuren II war davon bereits einiges zu sehen. Gegen eine junge, laufstarke Mannschaft nahm der TSVP bewusst Tempo aus der Partie. Lange Angriffe, viel Geduld, phasenweise sieben Feldspieler statt Torwart. „Wenn wir in der Liga eine Chance haben wollen, müssen wir so spielen“, sagt der Coach. Für ihn war das trotz acht Toren Unterschied ein Schritt in die richtige Richtung.
So deutlich sich das Ergebnis liest, so wenig niedergeschlagen klang der Trainer. „Wir haben viel Gutes gesehen.“ Nach all den Abgängen, Ausfällen und düsteren Prognosen vor Saisonbeginn benötigte diese Mannschaft vor allem eines: ein Zeichen, dass sie in dieser Liga nicht völlig verloren ist. „Wir haben ein bisschen Bestätigung gebraucht“, sagt Widenmayer. Es ging um Moral. In voller Besetzung, glaubt er, wäre sogar mehr möglich gewesen.
Davon war der Kader aber weit entfernt. Kurzfristig fiel auch Kapitän Franz Rieger aus, insgesamt fehlten fünf Stammspieler. Besonders im Rückraum herrschte Dürre. Also musste der Trainer selbst aufs Feld. Das war zwar so abgesprochen vor der Saison – aber am Sonntag dann doch länger, „als ich wollte“. Ahmed Bouhamidi trug viel Verantwortung, Lukas Sauter hielt trotz Trainingsrückstand durch. Viel Last, wenige Schultern. Vierzig Minuten schlug sich dieses Konstrukt erstaunlich gut. Beim 16:19 war der TSVP noch in Schlagdistanz. Dann wurden die Beine schwerer, die Wege länger. „Hinten raus hat man den Kraftverlust gemerkt.“ Ottobeuren zog davon.
Am stabilsten stand bereits die Defensive. Der TSVP verdichtete das Zentrum, wollte Durchbrüche verhindern und nahm Würfe aus dem Rückraum oder von außen bewusst in Kauf. „Das war besser, als ich es vermutet hatte.“ Dahinter bestätigten Lucas Scheffler und Stefan Pasurka ihren Ruf. „Wie erwartet, die waren wirklich Bezirksoberliga-reif“, lobt der Coach. Vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieses ersten Abends: Partenkirchen wird diese Liga nicht mit Schönheit überleben. Es braucht Geduld, Tricks, Widerstand und manchmal eben den siebten Feldspieler. Der Plan dafür ist zumindest erkennbar.
Ganz nach Handball fühlte sich der Saisonstart ohnehin noch nicht an. Draußen 25 Grad und Sonnenschein. „Handball macht im Herbst und Winter mehr Spaß“, sagt Widenmayer. Wobei die beiden weitesten Auswärtsfahrten gleich früh in der Saison warten. Und auch da kennt der Trainer die Kehrseite: im Januar auswärts im Allgäu – das erfreut gleich gar niemanden.
(Andreas Mayr / GAP-Tagblatt)
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